How it works
Logo@2xLogo mindzip color
Login

Christian Fürböter

ft
01Follow
FollowingFollowers

Quotes
127

1. bis 5. Brief Schiller legt die gelebte Diskrepanz zwischen Natur und Vernunft dar:
10
Friedrich von Schiller
1. bis 5. Brief Auf der einen Seite steht die Natur der meisten Menschen mit dem Bedürfnis nach Befriedigung ihrer Triebe - auf der anderen steht, als Errungenschaft der Kultur, die Vernunft weniger herrschender Menschen, die die eigene Natur und die der anderen Menschen unterwerfen.
10
Friedrich von Schiller
1. bis 5. Brief Natur und Vernunft bilden jeweils einen „Staat der Not“ aus, wenn sie nicht miteinander in Beziehung gesetzt werden.
8
Friedrich von Schiller
1. Brief: Einleitend legt Schiller das Thema der Briefe dar, nämlich seine „Untersuchungen über das Schöne und die Kunst“ in Auseinandersetzung mit „Kantianischen Grundsätzen“.
7
Friedrich von Schiller
Im 2. Brief heißt es, dass der Mensch nur durch die Schönheit zur Freiheit gelangen kann.
6
Friedrich von Schiller
3. Brief: Eine moralische Kultur lässt sich nicht aufzwingen und auch die Diktatur der Vernunft ist kein Ausweg, denn sie beraubt den Menschen seiner Natur.
6
Friedrich von Schiller
4. Brief: Moralische Einförmigkeit und moralische Verwirrung können nur durch die Totalität des Charakters verhindert werden.
5
Friedrich von Schiller
4.Brief. Die ästhetische Erziehung setzt hier an, indem sie sinnlich und vernünftig zugleich arbeitet.
5
Friedrich von Schiller
4.Brief. Das heißt, um die Gesellschaft zu verändern, muss man beim Einzelnen ansetzen, um zu einem Übergang zwischen einem repressiven „Staat der Not“ und einem dauerhaften moralischen Staat der Freiheit zu gelangen.
4
Friedrich von Schiller
4. Brief. Es geht darum, den Charakter zu veredeln, damit der Mensch bereit ist, moralisch zu handeln, und nicht handelt wie ein „Barbar“, dessen Grundsätze seine Gefühle zerstören, oder wie ein „Wilder“, dessen Gefühle seine Grundsätze beherrschen.
2
Friedrich von Schiller
5. Brief: Er beklagt sowohl die Unnatur der „zivilisierten Klassen“, die egoistisch ihren Besitz und ihre Rechte verteidigen, als auch die bloße Natur der „niedern und zahlreichen Klassen“, die nur nach ihren rohen gesetzlosen Trieben handeln.
2
Friedrich von Schiller
6. bis 10. Brief Schiller setzt sich mit den gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten seiner Zeit auseinander und begibt sich auf die Suche nach einem objektiven Schönheitsbegriff, um zu klären, auf welche Weise Schönheit eine notwendige Bedingung für Freiheit sein kann.
2
Friedrich von Schiller
6. Brief: Die Einheit der „Sinne“ mit dem „Geist“ der antiken Griechen hat sich durch den Fortschritt der Wissenschaft und der Staatsordnung weiterentwickelt zu Lasten des einzelnen Individuums, das nur noch einen Teil seiner Anlagen entfalten kann.
2
Friedrich von Schiller
6.Brief. Die Trennung von einzelnen Wissenschaften, von Kirche und Staat, von Gesetzen und Sitten auf gesellschaftlicher Ebene entfremden den Menschen durch Arbeitsteilung und Spezialisierung; die Aufteilung in Stände entfremden ihn von der in ihm angelegten Harmonie, der Einheit zwischen Körper und Geist.
2
Friedrich von Schiller
Der Mensch wird „zu einem Abdruck seines Geschäfts, seiner Wissenschaft“. Der Theoretiker hat ein „kaltes Herz“, weil er das Ganze zergliedert und damit der emotionalen Wirkung beraubt wird, während der Geschäftsmann ein „enges Herz“ hat, weil er über seinen Horizont nicht hinausschauen und das Ganze nicht sehen kann.
2
Friedrich von Schiller
6.Brief. Der Fortschritt darf nicht zu Lasten des Einzelnen gehen
2
Friedrich von Schiller
7. Brief: Die individuellen Nachteile der gesellschaftlichen Entwicklungen lassen sich aber nicht einfach auflösen, sondern bedeuten Entwicklung und sind „eine Aufgabe für mehr als ein Jahrhundert“.
2
Friedrich von Schiller
8. Brief: Vernunft als Errungenschaft der Aufklärung hat sich von den Täuschungen der Sinne befreit, die Philosophie als Erkenntniswissenschaft im Zeitalter der Aufklärung aber weist den Weg zur Natur zurück.
2
Friedrich von Schiller
8.Brief. „Sapere aude“ (lat.; „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“; wörtl.: „Wage, zu wissen!“) ist der Weg, der gegangen werden muss.
2
Friedrich von Schiller
8.Brief. Dem arbeitenden Volk fehlt aber die „Energie des Muths“, da es durch den Kampf mit der Not zu müde ist, während Staat und Priestertum ihre Macht nicht aufgeben wollen.
2
Friedrich von Schiller
8. Brief. Eine Aufklärung des Verstandes muss danach bewertet werden, wie sie den Charakter formt. Sie geht auch umgekehrt vom Charakter aus, „weil der Weg zu dem Kopf durch das Herz muss geöffnet werden.“
2
Friedrich von Schiller
9. Brief: Eine Verbesserung der politischen Verhältnisse kann nur von der „Veredelung des Charakters“ ausgehen.
2
Friedrich von Schiller
9. Brief: Schiller stellt sich die Frage, wie sich dies unter einer barbarischen Staatsverfassung entwickeln kann.
2
Friedrich von Schiller
9. Brief: „Dieses Werkzeug ist die schöne Kunst“, denn sie ist wie die Wissenschaft immun gegen „die Willkühr der Menschen“.
2
Friedrich von Schiller
9. Brief: Der Mensch kann zwar die Bedingungen für deren Ausübung einschränken, aber nicht ihre Inhalte und Ziele bestimmen: „Wahrheit und Schönheit“.
2
Friedrich von Schiller
9. Brief: Der Künstler darf nicht selbst zum Opfer seiner Zeit werden, sondern muss dem Idealismus seines Herzens folgen und „standhaften Muth“ beweisen; so gibt er „die Richtung zum Guten“ vor.
1
Friedrich von Schiller
9. Brief: Dann „wird der ruhige Rhythmus der Zeit die Entwicklung bringen“, die notwendig ist für einen gelebten Humanismus.
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: Er wendet sich gegen repräsentative und zweckgebundene Kunst, da sie nicht mehr der Wahrheit verpflichtet ist.
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: In seinem Zeitalter wandelt der Mensch auf beiden Abwegen, „hier der Rohigkeit“ der niederen Klassen, „dort der Erschlaffung und Verkehrtheit“ der zivilisierten Klassen, entgegen seiner eigentlichen Bestimmung.
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: Die Schönheit soll den Menschen aus dieser „doppelten Verirrung“ herausholen, auf welche Weise wird an dieser Stelle nicht beantwortet.
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: Die Behauptungen von Schillers Zeitgenossen, dass die Verfeinerung der Sitten, als Folge eines entwickelten Gefühls für Schönheit, Liberalität zur Folge habe, widerlegt Schiller
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: anhand von Beispielen antiker Völker und neuerer Nationen, bei denen „die Schönheit nur auf den Untergang heroischer Tugenden ihre Herrschaft gründet“ und sich aus dem Verlust von politischer Freiheit entwickelt hat.
1
Friedrich von Schiller
10. Brief: Im Folgenden stellt er den Begriff der Schönheit in Frage, denn die erfahrbare Schönheit scheint nicht die gewünschten Folgen zu haben, und folgert, dass es eine Schönheit geben müsse, die nicht auf Erfahrung beruht, sondern sich „als notwendige Bedingung der Menschheit aufzeigen“ lässt.
1
Friedrich von Schiller
11. bis 16. Brief Schiller entwickelt hier das Schönheitsideal als Humanitätsideal. Beide Grundtriebe, Affektionalität und Rationalität müssen akzeptiert werden, da sie für den Menschen grundlegend sind.
1
Friedrich von Schiller
11. bis 16. Brief Notwendig ist ein „Spieltrieb“, der als „lebende Gestalt“ im ästhetischen „Spiel“ triebbefriedigende „Glückseligkeit“ und moralische „Vollkommenheit“ miteinander vereint (vgl. Noetzel 1992, S. 63 f.)
1
Friedrich von Schiller
11. bis 16. Brief Das ästhetische Spiel macht den Menschen erst zum humanen Menschen.
1
Friedrich von Schiller
11. bis 16. Brief Die „lebende Gestalt“ ist das „Idealschöne“, die Schönheit im weiteren Sinne, die nicht auf Erfahrung beruht, und unterscheidet die erfahrbare Schönheit in die „schmelzende Schönheit“, die Schönheit im engeren Sinne,
1
Friedrich von Schiller
11. bis 16. Brief und die „energische Schönheit“, die den beiden Grundtrieben „sinnlicher Trieb“ und „Formtrieb“ Kraft verleiht.
1
Friedrich von Schiller
Im 11. Brief greift Schiller seine Gedanken über das Wesen des Menschen wieder auf und beschreibt es als System von „Person“ bzw. Persönlichkeit, Geist, Bleibendem und „Zustand“ bzw. Veränderung, Materie, Wechselndem.
1
Friedrich von Schiller
11. Brief: Die Zeit ist die Bedingung, durch die die beharrliche Materie einen jeden möglichen Zustand ausbilden kann.
1
Friedrich von Schiller
11. Brief: Das Erreichen von allen möglichen Zuständen ist die „Anlage zu der Gottheit“ im Menschen und der Weg dahin führt über die „Sinne“, wenn der Mensch auch nie gottgleich werden kann.
1
Friedrich von Schiller
11. Brief: Die Sinne als Anlage der Materie, ohne die der Mensch „bloß Form“ ist, bildet die Voraussetzung für die Vereinigung von Materie und Geist.
1
Friedrich von Schiller
11. Brief: Um sich von der Natur abzuheben, muss der Mensch seinem Körper Geist verleihen und dem Geist über seine Sinnesanlage „Wirklichkeit“ geben und damit im Körper verankern.
1
Friedrich von Schiller
11. Brief: Er muss das Innere veräußern - „absolute Realität“ - und das Äußere formen - „absolute Formalität“.
1
Friedrich von Schiller
12. Brief: Zur Erfüllung dieser Aufgabe sind im Menschen zwei Grundtriebe angelegt:Der „sinnliche“ Trieb und der „Formtrieb“
1
Friedrich von Schiller
12. Brief: (a) Der „sinnliche“ Trieb strebt nach Veränderung, ist aber der Materie verhaftet und gibt der Materie im Verlauf der Zeit „Inhalt“. Die mit Inhalt gefüllte Zeit „heißt Empfindung“.
1
Friedrich von Schiller
12. Brief: (b) Der „Formtrieb“ strebt nach Freiheit vom Körper, Aufheben von Zeit, nach Harmonie und Beständigkeit in der Veränderung, damit der Mensch bzw. die Materie sich bei aller äußerer Veränderung behaupten und Identität behalten kann.
1
Friedrich von Schiller
12. Brief: Dies geschieht, indem der „Formtrieb“ der Empfindung Gesetzmäßigkeit („Wahrheit“ und „Recht“) verleiht.
1
Friedrich von Schiller
13. Brief: Die Aufgabe der Kultur ist es, zwischen beiden Trieben zu vermitteln durch Ausbildung des „Gefühlsvermögens“ und ebenso des „Vernunftvermögens“.
1
Friedrich von Schiller
13. Brief: Dies muss möglichst vielfältig geschehen, damit die Person einerseits größtmögliche Selbstständigkeit und ebenso Freiheit erhält.
1
Friedrich von Schiller
13. Brief: Keiner der beiden Grundtriebe darf überwiegen, weil sie sich gegenseitig bedingen. Überwiegt ein Trieb, so macht er den anderen zunichte und der Mensch ist nicht mehr vollständig im Sinne Schillers.
2
Friedrich von Schiller
14. Brief: Die Balance zwischen beiden Trieben macht es dem Menschen möglich, seine „Bestimmung“ zu erfahren.
2
Friedrich von Schiller
14. Brief: Der Mensch wird „zum Symbol ausgeführter Bestimmung“.
1
Friedrich von Schiller
14. Brief: Der „Spieltrieb“ ist der verbindende Trieb, indem er die Empfindung und das Leiden des „sinnlichen Triebs“ und die Selbsttätigkeit und Freiheit des „Formtriebs“ gebraucht.
1
Friedrich von Schiller
15. Brief: Der „Spieltrieb“ lässt sich als „lebende Gestalt“ bezeichnen, als Symbiose von „sinnlichem Trieb“ bzw. „Leben“ und „Formtrieb“ bzw. „Gestalt“.
1
Friedrich von Schiller
15. Brief: Diese „lebende Gestalt“ meint „Schönheit“ in „weitester Bedeutung“. Die ästhetische Kunst ist das Objekt des „Spieltriebs“.
1
Friedrich von Schiller
15. Brief: Differenziert wird hier das „bloße Spiel“, der Erfahrungsbegriff des Spiels, vom ästhetischen Spiel.
1
Friedrich von Schiller
15. Brief: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
1
Friedrich von Schiller
15. Brief: Der Mensch erfährt in dem Zustand des ästhetischen Spiels den „Zustand der höchsten Ruhe und der höchsten Bewegung“, das persönliche Glück.
1
Friedrich von Schiller
16. Brief: Schiller differenziert hier den Schönheitsbegriff und stellt der Schönheit der „Erfahrung“ aus dem 10. Brief das „Idealschöne“ gegenüber. Das „Idealschöne“ kann auf zwei verschiedene Weisen wirken.
1
Friedrich von Schiller
16. Brief: Es kann zum einen die Spannung zwischen dem „Formtrieb“ und dem „sinnlichen Trieb“ auflösen und zum anderen „anspannen“, um sie in ihrer jeweiligen Kraft zu erhalten.
1
Friedrich von Schiller
16. Brief: Die Schönheit der „Erfahrung“ dagegen teilt sich in die „schmelzende Schönheit“, die Schönheit im engeren Sinne, die die Grundtriebe vereint, und die „energische Schönheit“, die die Kraft der beiden Grundtriebe stabilisiert.
1
Friedrich von Schiller
16. Brief: Die energische Schönheit ist es, die die „civilisierten Klassen“ vor ihrem Sittenverfall, der sinkenden Kraft des „Formtriebs“, bewahren kann.
1
Friedrich von Schiller
16. Brief: Doch beide müssen gleichermaßen wechselseitig wirken, denn wenn die „schmelzende Schönheit“ überwiegt, drohen „Weichlichkeit und Entnervung“, überwiegt die „energische Schönheit“, drohen „Wildheit und Härte“.
1
Friedrich von Schiller
17. bis 23. Brief Schiller entfaltet hier seine Theorie des ästhetischen Zustands. Der reale Mensch seiner Zeit erreicht diesen aber nie vollständig, denn es mangelt ihm entweder an „Harmonie“ oder an „Energie“.
1
Friedrich von Schiller
17. bis 23. Brief Der ästhetische Zustand liegt genau dazwischen und verschmilzt „Leiden“ und „Tätigkeit“, „Empfinden“ und „Denken“.
1
Friedrich von Schiller
17. bis 23. Brief Erziehung des Menschen kann durch die „schmelzende Schönheit“ erreicht werden, bevor der Mensch die Vernunft seine Handlungen leiten lässt.
1
Friedrich von Schiller
17. bis 23. Brief Damit erlebt der heranwachsende Mensch den „Null“-Zustand, in dem sowohl Sinnlichkeit als auch Vernunft gleichermaßen wirken.
1
Friedrich von Schiller
17. bis 23. Brief Auf diese Weise kann Schillers politische Utopie eingeleitet werden (vgl. Noetzel 1992, S. 65 f.).
1
Friedrich von Schiller
17. Brief: Durch „Schönheit“ kann in dem „angespannten Menschen“ die „Harmonie“ wiederhergestellt werden und in dem „abgespannten“ die „Energie“.
1
Friedrich von Schiller
17. Brief: Der jeweils „eingeschränkte Zustand“ wird auf einen „absoluten“, ästhetischen Zustand zurückgeführt, in dem der Mensch in Einheit mit seiner Natur und so ein „vollendetes Ganzes“ ist.
1
Friedrich von Schiller
17. Brief: Freiheit kann nur auf diese Weise erfahren werden.
1
Friedrich von Schiller
17. Brief: Überwiegt einer der beiden Grundtriebe, befindet sich der Mensch in einem Zwangszustand, dem „Zwange der Empfindungen“ oder „dem Zwange von Begriffen“.
1
Friedrich von Schiller
18. Brief: „Durch die Schönheit wird der sinnliche Mensch zur Form und zum Denken geleitet; durch die Schönheit wird der geistige Mensch zur Materie zurückgeführt und der Sinnenwelt wiedergegeben“.
1
Friedrich von Schiller
18. Brief: Also muss es einen „mittleren Zustand“ geben, in dem beides real werden kann.
1
Friedrich von Schiller
18. Brief: Die beiden Grundzustände „Leiden“ bzw. „Empfinden“ und „Thätigkeit“ bzw. „Denken“ stehen sich grundsätzlich entgegen und können durch die „Schönheit“ nur verbunden werden, indem sie vereinigt und zu einem Ganzen werden.
1
Friedrich von Schiller
18. Brief: Der Mensch wird damit zu einer „reinen ästhetischen Einheit“.
1
Friedrich von Schiller
19. Brief: Zwischen den Zuständen „Empfinden“ und „Denken“ besteht eine unendliche Kluft. Die Schönheit füllt diese Kluft nicht aus, sondern ermöglicht einen Übergang.
1
Friedrich von Schiller
19. Brief: Sie verschafft den „Denkkräften“ die Freiheit, sich gemäß ihren eigenen Gesetzen zu äußern, und kann den Menschen von seinen Beschränkungen befreien.
1
Friedrich von Schiller
19. Brief: Die Macht des Geistes kann zwar selbst nicht beschränkt werden, doch er bekommt erst durch das Leiden den Antrieb, tätig zu werden, und ist damit an die Materie, den „Stoff“, gebunden.
1
Friedrich von Schiller
20. Brief: Freiheit kann erst erfolgen, wenn beide Grundtriebe beim Menschen vollständig entwickelt sind. Der Mensch beginnt sein Leben mit dem „sinnlichen Trieb“, bevor er noch seine „Persönlichkeit“ entwickelt hat.
1
Friedrich von Schiller
20. Brief: Jedoch läuft der Mensch Gefahr, über diesen Zustand nicht hinaus zu gelangen. Zuerst muss der Mensch auf einen Nullpunkt der Bestimmung,
1
Friedrich von Schiller
20. Brief: einen Zustand der „Bestimmungslosigkeit“, kommen, damit er einen „mittleren“, den „ästhetischen“ Zustand erreichen kann, in dem der „sinnliche Trieb“ nicht so dominant ist, dass sich der Geist nicht entwickeln kann.
1
Friedrich von Schiller
21. Brief: Der Mensch muss sich sowohl von der Bestimmung des Körpers als auch von der des Geistes lösen, um einen Zustand der „Bestimmungslosigkeit“ zu erreichen, in dem die Bestimmung nicht festgelegt ist.
1
Friedrich von Schiller
21. Brief: Dieser „Null“-Zustand macht den Menschen in neuer Weise bestimmbar, in einer „ästhetischen Bestimmbarkeit“.
1
Friedrich von Schiller
21. Brief: Die „leere Unendlichkeit“ des „Null“-Zustands, der nicht nur durch Willen, sondern auch durch Mangel herbeigeführt sein kann, wird zu einer „erfüllten Unendlichkeit“ im „ästhetischen“ Zustand.
1
Friedrich von Schiller
21. Brief: Schönheit bzw. „ästhetische Kultur“ ist nicht zweckgebunden, findet keine Wahrheiten oder erfüllt Pflichten, verhilft dem Menschen aber zu Würde, die es ihm ermöglicht, persönliche Freiheit zu erlangen. Dies ist das höchste Gut, das Menschen widerfahren kann.
1
Friedrich von Schiller
22. Brief: Im ästhetischen Zustand ist es dem Menschen ein Leichtes, von „Ruhe zur Bewegung“, vom „Ernst zum Spiele“, von „Nachgiebigkeit zum Widerstand“, von „abstraktem Denken“ zur „Anschauung“ zu wechseln, da er im Zustand „Null“ weder vom einen noch vom anderen eingenommen ist.
1
Friedrich von Schiller
22. Brief: Dies ist ein Idealzustand, da der Mensch nie aus der Abhängigkeit seiner Kräfte treten kann, jedoch kann der Mensch eine größtmögliche Annäherung erfahren.
1
Friedrich von Schiller
22. Brief: Diese soll durch die Wirkung echter Kunst geschehen. An deren Wirkung soll der Mensch prüfen können, ob sie echt ist, und ihn durch ihren „Genuss“ in einen ästhetischen Zustand bringt.
1
Friedrich von Schiller
22. Brief: Doch der Mensch muss auch fähig sein, sie zu empfinden. Dafür muss die Kunst zuerst den „Stoff“ des Menschen ansprechen, damit dieser bereit ist, sich darauf einzulassen, und kann dann auf die „Form“ einwirken.
1
Friedrich von Schiller
23. Brief: Ästhetische Erziehung ist die Voraussetzung, um „den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen“.
1
Friedrich von Schiller
23. Brief: Der Charakter des Menschen wird so weit „veredelt“, dass sich die Vernunft und damit die Freiheit von alleine entwickelt.
1
Friedrich von Schiller
23. Brief: Ist dies geschehen, so werden Harmonie und das Wohl der Allgemeinheit der „edeln Seele“ ein Bedürfnis statt „Pflicht“ und Ausdruck ihrer „Würde“.
1
Friedrich von Schiller
24. bis 27. Brief Die Entwicklungsperspektive des ästhetischen Zustands liegt in der Aufhebung der inneren Naturgewalt des Menschen und schafft die lebenspraktischen Voraussetzungen für die Anwendung moralischer Prinzipien.
1
Friedrich von Schiller
24. bis 27. Brief Schiller entwickelt die Idee vom ästhetischen Staat, in dem der „schöne Umgang“ und der „schöne Ton“ als kommunikative Voraussetzung gelebt werden
1
Friedrich von Schiller
24. bis 27. Brief und in dem der moralische Staat aufgeht, weil das Individuum motiviert ist, moralisch zu handeln, und das Allgemeinwohl zu seinem inneren Bedürfnis geworden ist (vgl. Noetzel 1992, S. 66 f.).
1
Friedrich von Schiller
24. Brief: Schiller benennt drei aufeinanderfolgende Stufen der menschlichen Entwicklung: (a) den „physischen Zustand“, in dem er der Macht der Natur ausgeliefert ist, (b) den „ästhetischen Zustand“, in dem er frei von der Macht der Natur ist, und (c) den „moralischen Zustand“, in dem er die Natur beherrscht.
1
Friedrich von Schiller
24. Brief: Der Mensch muss seinem „tierischen Zustand“ entfliehen auf seinem Weg zur „Glückseligkeit“, aber auch das erste Erscheinen von Vernunft reicht noch nicht aus,
1
Friedrich von Schiller
24. Brief: denn eine schwach ausgeprägte Vernunft lässt sich leicht durch das Sinnliche täuschen, das keinen anderen Grund für das Handeln als „ihren Vorteil“ kennt.
1
Friedrich von Schiller

We use cookies to understand our websites traffic and offer our website visitors personalized experience. To find out more, click ‘More Information’. In addition, please, read our Privacy policy.