Auch wenn es nicht so scheint: Jeder ist kreativ. Denn die Existenz allein bringt die Neugier mit sich und diese ist der Ausgangspunkt jeder Idee.
Wenn man sich vorstellt, eine Idee käme nicht aus dem eigenen Inneren, sondern von außen auf einen zugeflogen, fühlt man sich geradezu dazu auserwählt, sie umzusetzen.
Man sollte sich und seiner Kreativität stets Aufgaben stellen. So wird sie "trainiert" und gestärkt.
Es hilft nicht, sich über Schwierigkeiten kreativer Berufe zu beschweren, man hat sich schließlich freiwillig darauf eingelassen. Stattdessen sollte man seine Inspiration pflegen und sie nicht mit seinem Gejammer verscheuchen.
"Frustration unterbricht den Prozess nicht. Sie ist der Prozess"
Elizabeth Gilbert
Ohne Hoch- und Tiefphasen, ohne Schweiß und Tränen und ohne Freude oder Verzweiflung kann keine Kunst entstehen.
Perfektion ist der Feind der Kreativität. Sie hält einen auf und nimmt die Freude am künstlerischen Prozess. Stattdessen sollte man sich darum bemühen, "so gut wie möglich" zu arbeiten.
Angst ist eine primitive Emotion, die wir nicht ausschalten können, daher sollten wir uns nicht von ihr leiten lassen. Man kann sie nur akzeptieren und (mit ihr) weiterarbeiten.
Originalität ist eine Utopie. Man kann nichts erschaffen, was man nicht mindestens in Teilen einmal wahrgenommen hat. Was zählt ist Authentizität und Individualität.
Der künstlerische Berufsweg sollte niemals an finanziellen Problemen scheitern. Keine Institution sollte einen dazu führen, Unsummen an Krediten aufzunehmen, um eine künstlerische Ausbildung abschließen zu können.
Wer verbissen versucht, Kreativität und Karriere zu vereinen, wird in den meisten Fällen scheitern. Die Kunst sollte in erster Linie Genuss und ein Mittel zur Verarbeitung von Emotionen sein.
Befindet man sich an einem Punkt, an dem es unmöglich scheint, der Leidenschaft zu folgen, sollte man sich stattdessen auf die Neugier einlassen. Die Leidenschaft verlangt Kraft, die nicht immer zur Verfügung steht. Neugier hingegen zeigt einem neue Wege.
Studien zufolge tut soziale Abweisung genauso weh wie physischer Schmerz. Das hat evolutionäre Gründe, da dies damals ein Warnsignal dafür war, dass sich der Stamm bald von einem abgrenzen könnte.
Es ist effektiver, zu überlegen, was man beim nächsten Mal besser machen kann, als sich ständig seine vergangenen Fehler vorzuwerfen.
Bei einer Trennung, einer Kündigung oder Ähnlichem sollte man die Fehler nicht ausschließlich bei sich selbst suchen. Meistens liegt es daran, dass die Chemie einfach nicht stimmt.
Um in einer Tiefphase sein Selbstwertgefühl wieder zu steigern, notiert man sich circa fünf seiner Stärken, sucht sich eine aus und schreibt einen kurzen Text über sich und die jeweilige Stärke.
Fühlt man sich ausgegrenzt, sollte man einfach etwas mit anderen Leuten unternehmen, die die Anwesenheit von einem zu schätzen wissen. So erinnert man sich daran, dass man nicht weniger wert ist, nur weil man nicht eingeladen worden ist.
"Der größte Schaden, den Abweisung verursacht ist meist selbstverschuldet. Gerade wenn unser Selbstbewusstsein seinen Tiefpunkt erreicht, kommen wir und schädigen es noch mehr."
Guy Winch